Ohne Gebrauch von Energie ist Leben nicht vorstellbar. Während im Pflanzen- und Tierreich der Energiegebrauch dem Zweck des Überlebens gilt, leisten Menschen sich den Energiegebrauch auch als einen Luxusartikel. Jedenfalls ist der Bedarf des Menschen an Energie, besonders in Form von Strom, hoch. Die erforderliche Energieumwandlung in Strom geht mit Risiken und Belastungen für die Natur einher. Diese Risiken und Belastungen reichen, weit über die Gegenwart hinaus, in die Zukunft hinein.
Die Klimaerwärmung zum Beispiel geht überwiegend auf den Einsatz fossiler Energieträger zur Erzeugung verschiedener Energieformen zurück. Die Risiken der Nutzung der Atomenergie werden gegenwärtig ausgiebig diskutiert.
Zur Stromerzeugung brauchen wir Grundlastkraftwerke betrieben mit Kernkraft, Braun- und Steinkohle, Erdgas und Biomasse, die in der Lage sind, gleichmäßig die Stromversorgung für Eisenbahn, Industrie und Haushalte zu sichern.
Die Atomkraft ist zunächst einmal sauber und nicht schädlich für das Klima, birgt aber auch erhebliche Risiken. Braun- , Steinkohle und Erdgas belasten mit ihren Emissionen das Klima nachhaltig mit den uns inzwischen hinreichend bekannten Folgen, insbesondere der Erderwärmung. Der Einsatz von Biogas ist kritisch zu beurteilen, weil hierdurch, durch die Erzeugung der notwendigen Biomasse, wertvolles Ackerland für die Nahrungsproduktion verloren geht. Die zusätzliche Stromerzeugung aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft allein ist zu unstetig, als dass sie allein diese Grundversorgung sicherstellen könnte. Entsprechend leistungsfähige Stromspeicher sind derzeit, und in absehbarer Zukunft, nicht verfügbar.
Energieeffizienz ist ein guter Weg um weniger Energie zu verbrauchen. Jeder Verbraucher kann hier mitwirken. Aber insbesondere im Bereich der Gebäudeheizung ist ein Wandel (z.B. Miniblockheizkraftwerke, Passivhäuser) nur langfristig zu erzielen. Die Energie- und Stromversorgung darf den Klimaschutz, den Naturschutz, den Schutz der Kulturlandschaft und besonders auch die Kosten für die Verbraucher nicht vernachlässigen. Dem Klimaschutz und dem Schutz der Natur ist höchste Priorität zuzuordnen.
Daher ist, wenn überhaupt, ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie nicht anzustreben, weil dies zu vermehrter Belastung des Klimaschutzes durch höheren Einsatz von fossilen Energieträgern führen würde. Der Stromverbrauch wird in der Zukunft noch steigen. Insbesondere dann, wenn in den Fahrzeugen vermehrt Elektromotoren zum Antrieb zum Einsatz kommen sollen. Energie über die Ausnutzung der Windkraft, der Sonnenkraft, und der Wasserkraft ist teuer und wäre bei verstärkter Nutzung insbesondere auch mit erheblichen Umbauten am Stromverteilernetz verbunden. Und es darf bezweifelt werden, ob sie überhaupt eine Grundlage für die sichere und qualitativ gute Stromversorgung bilden kann. Diese Art der Energiegewinnung kann sich, wegen der Kosten, bislang nur über die gesetzlich verordneten Zwangsabgaben über das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG) , die von allen Stromverbrauchern zu zahlen ist, am Markt etablieren.
Ein Ausstieg aus der Stromversorgung über Atomtechnologie soll bis zu einem Drittel mehr pro Kilowatt für die Verbraucher kosten. Mehr Realismus lenkt die nachvollziehbaren Träumereien vielleicht in die richtigen Bahnen.
Siegbert May