Werl, 4.6.2011

An
Bürgermeister der Stadt Werl
Fraktionsvorsitzende
Presse

Anfrage der BG-Werl zur Förderung der Fahrradmobilität in Werl an den Bürgermeister und die Stadtverwaltung der Stadt Werl.

Das Fahrrad ist ein Verkehrsmittel, so alt wie das Auto. Unbestritten ist, dass das Fahrradfahren kostengünstig ist, die Umwelt praktisch nicht belastet, keine fossilen Energiereserven verbraucht, das Klima schont, wenig Lärm verursacht, kaum Flächenverbrauch verursacht, viele positive gesundheitliche Effekte hat.

"Wer das Radfahren fördert, sorgt, so der Europäische Radfahrer-Verband (ECF), für eine gesündere Gesellschaft und spart langfristig volkswirtschaftliche Kosten."

Die Einwohner Kopenhagens sollen 36% ihrer Wege per Rad zurücklegen. Das ist ein fantastischer Wert, der wahrscheinlich einzig in Europa ist. Das Land NRW hat mehr Geld für Radwege in Aussicht gestellt.

In Werl hat es in der Vergangenheit insbesondere finanzielle Anstrengungen gegeben, das Radwegenetz zu erweitern ( Büderich – Werl, B63 Hilbeck - Werl u.a.) und mit den Kleeblatttouren und dem jährlichen Volksradfahren gibt es gute Ansätze das Radfahren zu fördern und den Bürgern nahe zu bringen.

Auch die Aktion der Werler Stadtwerke, „unter Strom durch Werl“ (s.a.Werler Anzeiger vom 2.6.2011), zählt dazu. Nun ist es an der Zeit, das Radwegenetz zu optimieren. Das heißt, vorhandene Wegstrecken sind zu verbessern, zum Beispiel die Übergänge vom Radweg in die von allen Verkehrsteilnehmern genutzten Straßen:

Die Verbindung von Büderich nach Werl endet an der Kreuzung Salinenring oder am Eingang des Kurparks. Die Verbindung vom Werler Süden von der Beethovenstraße über die Straße „Auf dem Hönningen“ führt als Fahrradweg (auf der Zabelroute) bis zum Hellweg, wo dieser endet. Die Verbindung aus Westönnen über die Mellinstraße endet an der Fußgängerampel an der Hedwig-Dransfeldstraße. Gerade wenn das Radfahren alltagstauglich sein soll, gilt es die neuralgischen Punkte zu entschärfen und auch zeitgünstiger zu gestalten („Absteigen und schieben“ mutet man auch Autofahrern nicht zu). Hier wäre es sinnvoll, mit vielen Betroffenen zusammen ein ganzheitliches Konzept zur entwickeln und in den nächsten Jahren umzusetzen. Daher stellt die BG-Werl die folgenden Fragen an den Bürgermeister und die Verwaltung der Stadt Werl:

 
1. Wie schätzt die Verwaltung die Qualität der Werler Radwege ein? (Breite, Durchgängigkeit, Unfallgefahr).
 
  2. Es gibt viele unverbundene Teilstück der Radfahrwege (z.B. Waltringer Weg). Gibt es Pläne diese Teilstücke zu einem Netzwerk zu verbinden?  
  3. Gibt es Unfallpunkte, bei denen besonders häufig Radfahrer betroffen sind?  
  4. Wo sind augenscheinliche Hindernisse für Radfahrer (z.B. unnötige zu umfahrende Sperren) die man auch ohne Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer entfernen könnte?  
  5. Gibt es Radwege, die so breit sind, dass 2 Radfahrer gefahrlos nebeneinander in eine Richtung fahren können?  
  6. Gibt es ausreichend Abstellplätze, insbesondere im Bereich der Innenstadt und in der Nähe von Geschäften, für Fahrräder in Werl?  
 

7. Gibt es an den Knotenpunkten zum ÖPNV Radstellplätze, die bewacht oder so gestaltet sind, dass auch ein Schutz vor Diebstahl oder Vandalismus gegeben ist?

 
  8. Wird die Verbindung von Fahrrad- und ÖPNV-Mobilität praktiziert und gibt es hier Verbesserungsmöglichkeiten?  
  9. Sind Überlegungen angestellt, die Radwege auch im Winter in einem befahrbaren Zustand zu halten?  
  10. Ist zu verhindern, dass im Winter der zu räumende Schnee auf die Radwege geschoben wird?  
  11. Gibt es Bike-Sharing-Konzepte für kleine Städte, die auch in Werl in Betracht kämen?  
  12. Welche Straßen kommen für Radwege nicht in Frage, wären aber als "Fahrradstraße" zumindest gefühlt aufgewertet?  
  13. Gibt es Ordnungsmaßnahmen an Fahrradstellplätzen, um ein Zustellen mit verrottenden nicht mehr funktionstüchtigen Exemplaren zu verhindern?  

 

Wir sind der Meinung, dass es sinnvoll wäre, unter Beteiligung der Verwaltung, interessierter Vereine, von Bürgern usw. einen Arbeitskreis "Förderung der Fahrradmobilität zu gründen".Denn für die Erhöhung der Fahrradmobilität ist der Bau von Fahrradwegen allein nicht ausreichend. Auch Fahrräder mit Hilfsmotoren (z.B. E-Bikes) sollten berücksichtigt werden, da auch diese deutlich weniger Energie verbrauchen als PKW, und Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen zu neuer Mobilität, und damit Eigenständigkeit, verhelfen. Auch wird manchen Bürgern so das Fahrrad, als Alternative zum Auto, den Umstieg auf dieses Verkehrsmittel für die Nutzung als Transportmittel zum Arbeitsplatz erleichtern. Auch der touristische Aspekt sollte nicht vernachlässigt werden.Während in einer Nachbargemeinde der Fahrradtourismus deutlich angestiegen ist, fehlt dieser in Werl noch größtenteils. Die Anbindung an die großen Radfahrstrecken sollte hier deutlicher erfolgen. Dabei sollten die Attraktionen Werls mit eingebunden werden.

Siegbert May
Fraktionsvorsitzender der BG Werl