Die Notwendigkeit der Bahnunterführung an sich wird durch die zeitliche Verschiebung des Baubeginns auf 2025 in Frage gestellt.

Leserbrief von Fraktionschef Siegbert May vom 28.1.2010

Bahnunterführung? Wie sind die Gedanken und Überlegungen des CDU-Fraktionschef zur Frage der Realisierung der Bahnunterführung und der damit verbundenen Entwicklung des „Einkaufzentrums Nord“ zu bewerten?

Die BG-Werl ist gegen die Bahnunterführung am Langenwiedenweg. Indirekt bestätigt er ja die Haltung meiner Fraktion. Die Notwendigkeit der Bahnunterführung an sich wird durch die zeitliche Verschiebung des Baubeginns auf 2025 in Frage gestellt. Denn die Argumentation für dieses Bauprojekt speiste sich ja aus der angeblichen „unzumutbaren“ die Stadtteile Werls trennenden Wirkung der Bahntrasse einerseits und die langen Wartezeiten vor den Bahnschranken andererseits. Natürlich soll das geplante Einkaufszentrum die Brachfläche nördlich des Bahndamms überdecken. Doch es ist fraglich, ob ein solches Zentrum den Gewinn abwerfen kann, der erwartet werden muss, damit sich Investoren interessieren. Die IHK-Arnsberg hatte im vergangenen Jahr auf die wirtschaftlichen Probleme hingewiesen, die für die Betriebe entstehen, die heute an der Hammer Straße und der künftigen Stichstraße „Alter Keller“ angesiedelt sind. Diese Betriebe sind durch den Verlust der Standortqualität durch die veränderten Verkehrsbedingungen in ihrem Bestand bedroht. Standortverlagerungen werden notwendig sein, und weitere Planungskosten werden für die Stadt entstehen.

Wenn Herr Beul mit seinen Gedanken andeuten wollte, dass die CDU doch dabei ist, über die Sinnhaftigkeit des Vorhabens nachzudenken, dann wäre das sicher ein Blick in die richtige Richtung. Ein Schritt wäre aber erst getan, wenn man die Realität, die Unsinnigkeit der gegenwärtigen Planungen, anerkennen würde. Erst dann könnten auch realistische Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung des Areals nördlich der Bahn im Bebaungsplangebiet 102 einsetzen. Insofern sind die Gedanken des Herrn Beul die Andeutung eines Windhauches in die richtige Richtung. Ob sich daraus vernünftige, an der Realität orientierte Planungen ergeben, werden wir sehen. Die BG-Werl bleibt bei der Auffassung, dass, sollte die Unterführung realisiert werden, die Bürger unserer Stadt an der Entscheidung durch einen Bürgerentscheid zu beteiligen sind.

Siegbert May