Nicht nur Windkraftanlagen dienen der klimaschonenden Energiegewinnung

Windkraftanlagen und Planung zur Schaffung von Energiegewinnungsanlagen Regenerierbare Energien, Windkraft, Wasserkraft, Fotovoltaik, Geothermie, Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu nutzen, ist politischer Wille und soll der Umwelt helfen. Das erneuerbare Energien Gesetz (EEG) befördert eine durchaus sinnvolle Idee. Auch die BG-Werl setzt sich für den Einsatz klimaschützender Technologien ein. Besonders boomt das Geschäft mit Windrädern und Fotovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung. Wie jede Technologie hat auch diese negative Auswirkungen auf die Umwelt. Nicht ganz ausdiskutiert ist, ob sich Windräder finanziell wirtschaftlich rechnen, oder nur wegen der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung (praktisch subventioniert) eine interessante Investition darstellen. Im rechtswirksamen Flächennutzungsplan der Stadt Werl sind zwei Konzentrationsflächen für Windkraft dargestellt. Grundlage für die Darstellung sind zwei gesamtstädtische Studien aus den Jahren 1996 und 2003. Diese beiden Konzentrationsflächen in Mawicke und Brünningsen sind mittlerweile von Windenergieanlagen belegt, so dass faktisch zurzeit solche Anlagen nicht zugelassen werden können. Anträge und Absichtserklärungen für weitere Windräder sowie für eine weitere Konzentrationsfläche liegen vor. Hierbei handelt es sich um einen Projektvorschlag der Fa. Enercon zur Errichtung von vier Windkraftanlagen auf dem ehemaligen Camp im Werler Stadtwald, zwei Anträge in Oberbergstraße, einen Antrag zur Errichtung einer neuen Windkraftanlage sowie einen Antrag zum „Repowering“ einer Anlage in der Nähe der Konzentrationsfläche in Brünningsen. Eine weitere Konzentrationsfläche ist westlich von Westhilbeck beantragt. Die betroffenen Anwohner wenden sich gegen solche Pläne. Neben der dauerhaften Gehörbelastung durch Lärm und Augenbelastung durch Schlagschatten werden auch Wertverluste von Immobilien und Gebäuden angeführt. Ob hier ein auf das Stadtgebiet Werl bezogenes Gutachten wirklich weiterhilft, muss bezweifelt werden. Stehen doch die bereits gebauten "Räder des Anstoßes" auf dem Grund der benachbarten Gemeinde. Gefordert werden muss also eine regionale, zumindest aber im Kreis Soest verbindliche Regelung der Bebauung für Windkraftanlagen. Andererseits, sind zusätzliche Konzentrationsflächen für Windräder wirklich probate Mittel? Können nicht andere Energiegewinnungstechniken, oder Techniken, die Energie sparen aber die Umwelt nicht so belasten wie die Windräder, auch interessante Investitionsprojekte sein? Neben den genannten Anlagen zur Energiegewinnung gibt es noch weitere Techniken, die durch Kopplung der Nutzung von Elektrizität und Wärme die eingesetzte Primärenergie besser ausnutzen. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen können z.B. dezentral aufgestellt werden, Strom und Wärme erzeugen, die beide verkauft werden. Auch die Wärmerückgewinnung mittels Wärmepumpen, die z.B. auch in Kanälen eingebaut werden kann, um die technisch und finanziell interessante Restwärme zurück zu gewinnen, gehört zu diesen Techniken. Verschiedene technische Lösungsmöglichkeiten sind bekannt. Für ihre Realisierung müssten die Voraussetzungen planerisch geschaffen werden. Ich bin der Auffassung, dass eine in die Zukunft gerichtete Planung unter Berücksichtung aller bekannten Techniken, die den Klimaschutz fördern, in Stadt, Kreis und Region betrieben werden müsste, um ein sinnvolles Ganzes zu erreichen und finanzielle Interessen, vitale Interessen der Menschen und Klimaschutz in Einklang zu bringen.

Siegbert May
Pressemitteilung vom 22.11.08